Der Aufstieg des SC Elektro Ecker Kreuttal in den letzten Jahren dürfte nur den wenigsten Fußballinteressierten entgangen sein. Wer sich jedoch ein wenig näher mit dem SCK beschäftigt, wird früher oder später unweigerlich über den Namen Richard Wagner stolpern. Als Organisator, sportlicher Leiter, Eventmanager, Spielervermittler, Scout, Platzwart, Zeugwart, Psychotherapeut, Mentor, Taxifahrer, Waschweib, Moralapostel, Barkeeper, Mediator, Saufkumpane und Freund … opfert „Richi“ einen großen Teil seiner Freizeit dem Verein.
sckreuttal.at nahm das spielfreie Wochenende zum Anlass den wohl fleißigsten Obmann-Stellvertreter im hiesigen Sonnensystem zum längst fälligen Interview zu bitten …
 
Frage: Du giltst als Herz des Vereins und bist das Verbindungsmitglied zwischen Vorstand und Mannschaft. Wie läuft es derzeit bei dir bzw. im Verein?
Der Verein ist mir auch eine persönliche Herzensangelegenheit. Mir war von Anfang meiner Tätigkeit als Obmann Stv. klar, dass der Vorstand die Stimmung und Wünsche in der Mannschaft kennen muss. Nur so kann man Probleme schon im Vorfeld durch Gespräche und den richtigen Entscheidungen verhindern. Meiner Meinung nach kann man auch nur erfolgreich sein, wenn Vorstand und Spieler an einem Strang ziehen.
Dass dies hervorragend läuft, liegt auch in der dadurch entstandenen, engen Freundschaft zu zahlreichen Spielern. Damit ist eigentlich auch die letzte Frage, wie es derzeit bei mir und dem Verein läuft, beantwortet. Wer mir allerdings in fast jeder Tätigkeit fehlt, ist unser „Ernstl“ (Ernst Prchal), der ebenso ein Großteil des Vereins-Herzes ist und derzeit verletzungsbedingt ausfällt.
 
Frage: Beim SCK jagt ein Highlight das andere. Seit deinem Einstieg 2010 überschlugen sich die Ereignisse (40-Jahr Feier, SKY Spiel des Lebens, Meister, Spiel gegen Bundesligisten SV Grödig, Legendenmatch Österreich-Iran). Was waren deine schönsten Momente?
Was wenige wissen, ich war von 2001-2010 Schriftführer-Stv. und habe von Beginn an bereits Plakate, Flyer und unsere Spielplan-Karterl gemacht. So konnte ich schon im Hintergrund einiges vom Verein miterleben und auch den einen oder anderen Spieler in seiner Jugend verfolgen, die jetzt die Grundsteine der Mannschaft sind. Auf vielen Fotos im Archiv, das ich seit 2001 führe, sind die Jungs die jetzt spielen, noch Kinder.
Schöne Momente gab es viele, am prägendsten waren die Momente wo mein Vater und SCK Urgestein mir zum Meistertitel oder den gelungenen Festen gratulierte. In den letzten Jahren motivieren wir uns dadurch gegenseitig, das Ergebnis ist in der Kreuttal-Arena deutlich sichtbar.
Was gibt es schöneres als mit seinem Vater ein Hobby auszuleben.
Der Gewinn der Meisterschaft war das erste erklärte Ziel und natürlich die erste Herausforderung eine Meisterfeier in 1 Woche zu organisieren, mit Fahnen, Oldtimer-Traktoren, Rundfahrt, Cheerleader usw.
Das Spiel des Lebens 2013 war quasi der Ritterschlag in Sachen Organisation. Vom Zeitpunkt der Bekanntgabe des Gewinns bis zur Ausführung waren ca. 4 Wochen Zeit.
Nach diesem Erfolg war auch vielen Leuten klar, die können Organisieren und so kam das Glück des Tüchtigen mit Events wie Grödig oder dem Jahrhundertspiel.
Dies Alles klappt aber nur mit einem hervorragenden Team. Ziemlich zeitgleich kam Gerhard zu unseren Verein. Welch großen Anteil er zu den Erfolgen hat, ist alleine anhand der Videos und Webseite klar ersichtlich.
 
Frage: Kannst du schon etwas verraten welche Events unsere Fans in den nächsten Monaten erwarten wird?
Mittlerweile haben wir zahlreiche Feste die schon jährlich stattfinden. So gibt es heuer wieder das Kindercamp, den Kinderlauf, sowie das Kellergassenfest. Mitte Juni ist die 45-Jahr-Feier und ein Konzert von der Gruppe Kornfeld in Planung. Als absolutes Highlight hätten wir heuer die Meisterfeier eingeplant …
Für 2017 laufen ebenfalls bereits die Planungen. Womöglich wird es nach jahrelanger Abstinenz wieder einen Sportlerball geben.
 
Frage: Wenn du ein persönliches Resümee über deine Tätigkeiten beim SCK ziehst, wie sieht das aus?
Mein Ziel war und ist es immer ein Stück besser als die anderen zu sein. So war es z.B. wichtig nur dann eine Homepage ins Leben zu rufen, wenn diese auch TOP-aktuell geführt wird – was uns Dank Gerhard Marx seit 2011 durchaus gelingt. (Anmerkung des Angesprochenen: ... Dank Gerhard Marx, Richard Wagner, 1Air, Philip Sauer, Alexander Butsch u.a. seit 2011 durchaus gelingt.
Die Kommunikation Spieler, Fans, Vorstand klappt hervorragend, die Infrastruktur entwickelt sich, die Resonanzen über unsere gepflegte Sportanlage sind sensationell – ich bin zufrieden.
In naher Zukunft soll jedoch meine interimistische Tätigkeit als Sektionsleiter wieder an eine andere Person weitergegeben werden. Gespräche dazu laufen ja bereits.
 
Dein Vater Richard Wagner sen. ist eine lebende SCK-Legende und Sinnbild für Vereinstreue, Loyalität und freiwilliges Engagement. Wir sehr hat er dich beeinflusst?
Auf den Punkt gebracht: Ohne Vater wäre ich weder auf der Welt, noch ein Mitglied des SCK.
Durch ihn habe ich beim SCK in der Jugend begonnen Fussball zu spielen, war mit und zum Teil unter ihm Kapitän der Jugend in Ulrichskirchen. Hab mit ihm noch gemeinsam das ein oder andere Spiel in der Reserve absolviert.
Aufgrund meines limitierten, fussballerischen Könnens blieb dann aber ziemlich bald nur der Funktionärsposten übrig (lächelt hintergründig).
Auch meine Einstellung zu einem Projekt „Gescheid oder goa net“ ist mit Sicherheit ein Erbe meines Vaters.
 
Frage: Da die Meisterschaft bis jetzt alles andere als entschieden ist, ist eine Planung für die kommende Saison vermutlich nicht so einfach. Gibt es in Sachen Kader bzw. Trainer schon etwas zu berichten?
Kaderplanung ist nie einfach, aber auch hier hatte und habe ich einen Mentor und langjährigen Freund. Ohne die Vorarbeit der letzten Jahre und die oft sehr langen Gespräche mit Herbert Slunsky würde es noch schwieriger sein.
Es fanden schon einige Gespräche mit bestehenden und potentiellen neuen Spielern statt. Ich hole mir laufend Updates. Jedoch wird sich im Falle eines Aufstiegs nicht viel verändern. Im Grunde planen wir, egal ob für die 1. Klasse oder Gebietsliga, gleich. Bleiben wir in dieser Klasse wollen wir natürlich auch nächstes Jahr wieder voll angreifen. Steigen wir auf, wollen wir uns im Mittelfeld etablieren. Mein Plan sieht so aus, dass nach dem Poysdorf -Spiel konkrete Gespräche stattfinden und ich nach dem Angern-Spiel eine Entscheidung von dem einen oder anderen Spieler fordern werde. Mit dem Trainerteam sind wir natürlich ebenso in ständiger Kommunikation. Auch hier ist es noch zu früh um irgendwelche seriösen Aussagen für die Zukunft zu tätigen.
 
Frage: Dass du deinen Vertrag auf Lebenszeit abgeschlossen hast ist dir bewusst?
Zum einem kenn ich keinen Vertrag, zum anderen möchte ich auch noch unseren Nachfolgern beistehen. Somit wird meine Tätigkeit nicht bis zum bitteren Lebensende erfolgen (lacht).
Wichtig aber ist mein kongenialer Partner und Chef Rudi Karst. Es kann nur solange erfolgreich laufen, solange wir derart gut zusammenarbeiten. Eine Tätigkeit ohne Rudi kann ich mir derzeit absolut nicht vorstellen, schon gar nicht auf diesem Niveau.
Aber keine Angst, er hat schon mal erwähnt, dass er der längst dienende Obmann der SCK Geschichte werden will. Ich hoffe nur unsere Frauen spielen da auch mit J
 
Frage: Wie sieht dein Traum für den SCK aus?
Genauso wie es derzeit läuft. Ich lebe den SCK Traum und hoffe dass es noch lange so weiter läuft. Wenn wir alle mit viel Spaß und Engagement weiterarbeiten, die Jugend immer im Blickfeld haben und integrieren, kann der Spaß noch lange andauern!
 
Lieber Richi, Danke für das Interview!
                                                                                                                                                      Interview: 1AIR

 

      

       

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